Pseudo-Solarisation „Jaques” (1998)

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Aktfotografie „Jaques” (1998) — Pseudo-Solarisation einer „analogen” Aufnahme auf Schwarweiss-Kleinbild-Negativfilm „FUJI Neopan prof. 400 135/36”. Der analoge Handabzug ist daher ein Unikat!

Die Aktfotografie „Jaques” (1998) ist eine Pseudo-Solarisation

Beitrag überarbeitet bzw. aktualisiert am:

Das Bild „Jaques” ist eine klassische „analogen” Aufnahme mit Studioblitzanlage auf Schwarz-Weiss-Kleinbild-Negativfilm „FUJI Neopan prof. 400 135/36”.

Beim Entwickeln des Schwarz-Weiss-Papierbildes führte ich in meiner Schwarz-Weiss-Dunkelkammer zusätzlich eine Pseudo-Solarisation durch.

Was versteht man unter einer „Pseudo-Solarisation”?

Allgemein

Eine Pseudo-Solarisation (oder auch „Sabattier-Effekt“ bezeichnet) wird durch eine Nachbelichtung im Labor während des Entwicklungsprozesses des Schwarz-Weiss-Papierbildes erzeugt.

Dieser Effekt ist sehr einfach zu erzeugen. Ein Abzug wird normal mit einem Vergrößerungsgerät belichtet, im Entwicklungsbad, wenn die Konturen des Bildes langsam deutlich werden, stellt man kurz das Raumlicht an.

Um eine optimale Wirkung zu erzielen, darf das Bild im Entwicklerbad nicht bewegt werden. Es tritt ein Umkehreffekt im Bild ein. Es entsteht eine Art Verschmelzung aus Negativ und Positiv.

Für die Pseudo-Solarisation eignen sich besonders Motive mit starken Kontrasten und Konturen, wie zum Beispiel eine Stahlkonstucktion einer Brücke gegen den Himmel aufgenommen.

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Teilzitat von Wikipedia:

Pseudo-Solarisation, auch als Sabattier-Effekt bekannt, ist ein Phänomen in der fotografischen Dunkelkammer, wenn der Film (Negativ) oder das Fotopapier (Positiv) während der Verarbeitung diffus nachbelichtet und anschließend ausentwickelt wird. Oft wird der Begriff Pseudo-Solarisation gekürzt in Solarisation und die Technik der Herstellung heißt dann solarisieren. Jedoch ist der echte Solarisationseffekt, der in der Kamera bei extremen Überbelichtungen auftritt, nicht mit der Pseudo-Solarisation verwandt.  

Die P. entstand wie viele Fotoeffekte aus einem Fehler. Hohe Bildkontraste und klar definierte Details begünstigen die Entstehung ansprechender Effekte. Die zu bearbeitenden Bilder müssen guten Kontrast, klare Linienführung, sowie große und klare Formen aufweisen.

Ab den 1960er Jahren war die P. ein beliebtes Stilmittel. Aus Veröffentlichungen aus dem 19. Jahrhundert wird klar, dass dieses Phänomen von vielen Fotografen „entdeckt“ wurde, da es oft auftrat, als das Licht unbeabsichtigt eingeschaltet wurde. 1931 perfektionierte der berühmte DadaistMan Ray diese Technik schon für Verfremdungen. „Entdeckt“ wurde der Effekt damals von seiner Kollegin und Liebhaberin Lee Miller, als diese aufgrund einer Maus oder Ratte, die ihr bei der Arbeit in der Dunkelkammer über den Fuß lief, das Licht anschaltete.

Anfang 1860 wurde die Pseudo-Solarisation von De la Blanchère L.M. Rutherfurd und C.A. Seely separat und in aufeinanderfolgenden Ausgaben der American Zeitschrift für Photographie und zugehörige Kunst und Wissenschaft beschrieben. Im selben Jahr veröffentlichte Fürst Schouwaloff in der französischen Zeitschrift Cosmos ein Bericht über den Effekt. Das vom französischen Wissenschaftler Armand Sabatier am 26. Oktober 1860 publizierte Verfahren, Direkt-Positiven zu erhalten, hatte aber nach der Beschreibung nichts mit dem Sabattier-Effekt zu tun. Er beschrieb vorerst in keiner Weise, dass die Kollodiumschicht nach der Anentwicklung belichtet wurde.

In der Digitalfotografie ist Pseudo-Solarisation systembedingt nicht möglich, kann jedoch in der Nachbearbeitung der Bilder nachempfunden werden. Dazu ist ein Verbiegen der Gradationskurve von der Diagonalen in eine U-Form erforderlich.“In der Digitalfotografie ist Pseudo-Solarisation systembedingt nicht möglich, kann jedoch in der Nachbearbeitung der Bilder nachempfunden werden. Dazu ist ein Verbiegen der Gradationskurve von der Diagonalen in eine U-Form erforderlich …“

Quelle: Teilzitat von Wikipedia

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Wie führte ich nun selbst die Pseudo-Solarisation aus?

Beim Entwickeln des Schwarz-Weiss-Papierbildes in der Fotoschale blitzte ich, kurz nachdem sich die ersten Konturen des Bildes zeigten, in meiner Schwarz-Weiss-Dunkelkammer mit meinem aufsteckbarem Kamerablitzgerät gegen die weiße Zimmerdecke. Das Blitzgerät stellte ich dabei in den manuellen Betrieb mit niedrigster Leistung ein. Zuvor klebte ich die gesamte Lichtaustrittsfläche des Bilzgerätes lichtundurchlässig ab und stach mit einer Nadel nur ein Loch in diese Fläche.

Da dieser Prozess der Pseudo-Solarisation von sehr vielen Zufällen abhängig ist, wirst du sehr viele unterschiedliche Ergebnisse erhalten.

Diese Faktoren sind:

  • Forschritt der Bildentwicklung bis du die Zweitbelichtung (Blitz) ausführst
  • Bewegen des Bildes während der Entwicklung in der Fotoschale
  • die Helligkeit und Einwirkungsdauer der Zweitbelichtung, z. B. mit einer Glühlampe

Daher das Resultat fast nicht reproduzierbar wird, ist jedes Bild ein Unikat!

Solltest Du Fragen zur meiner Pseudo-Solarisation, zur Schwarz-Weiss-Negativfilm-Entwicklung, zu speziellen Schwarz-Weiss-Negativfilm-Entwicklerrezepten (Sonderentwicklungen, wie z. B. Push- oder Pullentwicklung) oder vielleicht Fragen zu anderen Themen der Schwarz-Weiss-Dunkelkammer haben, kannst du dich gern an mich wenden.


Lesetipp:


Pseudo-Solarisation oder Sabattier-Effekt

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